Suche
Suche Menü

Die zehn wichtigsten Anforderungen an einen attraktiven Arbeitgeber

Die MDKK (Mitteldeutsche Kommunikation- und Kongress Gesellschaft mbH) hat in Kooperation mit dem isw Institut Halle zwei Untersuchungen zum Thema Employer Branding durchgeführt. In einer Studie wurden Studenten, Absolventen und Young Professionals befragt, um ihre Erwartungen und Wünsche an ihr späteres Berufsleben und ihren künftigen Arbeitgeber zu ermitteln (Anforderungsanalyse). In einer weiteren Untersuchung wurden Arbeitgeber zu den gleichen Themen befragt, um die Sicht der Unternehmen einzufangen. Was denken die Unternehmen, welche Erwartungen ihre künftigen Arbeitnehmer an Sie formulieren? Basierend auf diesen beiden Studien wurde ein Leitfaden für kleine und mittelständische Unternehmen entwickelt, der den KMU dabei helfen soll, sich besser als potenzielle Arbeitgeber zu präsentieren.


Ausbildung: Erfolgreiches Projekt zur Berufsorientierung

Ausbildung: Erfolgreiches Projekt zur Berufsorientierung – Mit InnoJOB den richtigen Beruf finden von ME-Arbeitgeber unter CC BY 2.0

 

Die Studie ist breit angelegt und beinhaltet Fragen zur Arbeitstätigkeit, Entlohnung, Arbeitszeitgestaltung, Personalentwicklung, Unternehmensphilosophie und Bewerbermanagement. Unter diesen Themenkomplexen wurde dann die Wichtigkeit einzelner Aspekte abgefragt. Die Interviewpartner sollten angeben, ob für sie der jeweilige Aspekt „sehr wichtig“, „wichtig“, „weniger wichtig“ oder „eher nicht wichtig“ ist.

Mich interessierte jetzt einmal die Frage, welches die zehn wichtigsten Aspekte sind, die an einen Arbeitgeber gestellt werden. Ich bin so vorgegangen, dass ich die Prozentangaben für „sehr wichtig“ und „wichtig“ addiert habe. Berücksichtigung in meiner Auswertung fanden folgende Themenkomplexe:

  • Arbeitsaufgabe / Arbeitstätigkeit
  • Entlohnung / Zusatzleistungen
  • Arbeitszeitgestaltung / Familienfreundlichkeit
  • Personalbetreuung / Personalentwicklung
  • Unternehmensphilosophie

Und hier nun die Top Ten-Anforderungen der Absolventen und Young Professionals an einen attraktiven Arbeitgeber:

  1. Eine abwechslungsreiche und verantwortungsvolle Aufgabe, die mich erfüllt (97,8 %)
  2. Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten (95,5 %)
  3. Eine Aufgabe, die mir Spaß macht (94,6 %)
  4. Kritische Anmerkungen durch Mitarbeiter werden gern angenommen (94,4 %)
  5. Die Möglichkeit, mich während meiner Arbeitszeit in fachspezifischen Themen weiterzubilden (93,9 %)
  6. Angemessene Auslastung (92,4 %)
  7. Das Unternehmen hat eine wirtschaftlich sichere und stabile Situation (91,8 %)
  8. Übernahme von Weiterbildungskosten (90,2 %)
  9. Gestaltungsspielraum bei der Umsetzung der Aufgabe (88,8 %)
  10. Mitarbeiter werden aktiv in die Verbesserung und Ideenentwicklung des Unternehmens eingebunden (88,7 %)

Aufgefallen ist mir nun zweierlei: Aus dem Themenblock Arbeitszeitgestaltung und Familienfreundlichkeit hat es kein Kriterium in die Top Ten geschafft. Den höchsten Wert erzielte “familienfreundliche Urlaubs-und kurzfristige Freistellungsregelung (zum Beispiel für Kinderbetreuung etc.)“ mit 82,9 %. Die relative Unwichtigkeit von Arbeitszeitgestaltung und Familienfreundlichkeit erklärt sich wahrscheinlich durch das Alter der Befragten. Für die jungen Berufseinsteiger scheinen diese Aspekte noch nicht so wichtig wie andere Kriterien zu sein. Den zweiten bemerkenswerten Befund sehe ich darin, dass das Kriterium „Entlohnung, die meiner Tätigkeit im bundesweiten Durchschnitt entspricht“ es ebenfalls nicht in die Top Ten geschafft hat (81,8 %). Ich interpretiere es so: Wenn ein Unternehmen aus finanziellen Gründen nicht in der Lage ist eine überdurchschnittliche Bezahlung der Mitarbeiter zu realisieren, kann es diesen Wettbewerbsnachteil durch andere Faktoren kompensieren und somit in den Augen potenzieller Bewerber trotzdem ein attraktiver Arbeitgeber sein. Das sind doch gute Nachrichten für viele klein- und mittelständische Unternehmen, die bei der Entlohnung nicht mit den Großkonzernen mithalten können.

Ich wünsche Ihnen eine tolle Woche

Uwe Manschwetus

Bild: Ausbildung: Erfolgreiches Projekt zur Berufsorientierung von  ME-Arbeitgeber unter CC BY 2.0

Autor:

Dr. Uwe Manschwetus hat seit 1997 eine Professur für Marketing-Management an der Hochschule Harz. Personalmarketing, Standortmarketing, Kulturmarketing und Digitales Marketing sind Schwerpunkte seiner Arbeit.

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Pingback: Ist freche Werbung gute Werbung? | blog-fachkraeftegewinnung

  2. Guten Tag,
    vilelen Dank für diesen interessanten Artikel.
    Würden Sie uns noch Auskunft über die Anzahl der Befragten geben?
    Herzlichen Dank

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.