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Studie benennt Hürden der Migration

Transaktionskosten und Fachkräftewerbung heißt eine interessante Studie des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle, die mir in die Hände fiel. Die Autoren Andreas Siegert, Herbert S. Buscher und Rainer Ohliger gehen in ihrer Studie – die kostenlos herunter geladen werden kann – der Frage nach, welche Maßnahmen ergriffen werden müssten, um die Anwerbung von Fachkräften aus Drittstaaten erfolgreich zu gestalten.


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Leichtathletik WM 2009 Berlin von André Zehetbauer unter CC BY-SA

 

Die Autoren analysieren den Bedarf ausländischer Fachkräfte und kommen zu dem Ergebnis, dass in Deutschland eine erhebliche Zuwanderung von Fachkräften notwendig ist. Dies ist jedoch leichter gesagt als getan, denn die Migration ist für die Menschen mit Schwierigkeiten oder Hürden verbunden, die man auch als sogenannte Transaktionskosten bezeichnen kann. Um die Anwerbung von gesuchten Fachkräften erfolgreich zu gestalten, bedarf es nach Ansicht der Autoren einer Willkommenskultur. Was man genau darunter verstehen kann, werde ich sicherlich noch in einem anderen Blog aufgreifen.

Erwähnt werden auch die Chancen, die sich durch Zuwanderung auf den verschiedensten gesellschaftlichen Feldern zeigen können. Das beginnt bei Bildungsträgern, die die Chance haben für Migranten maßgeschneiderte Weiterbildungen anzubieten bis hin zu Sportvereinen, die durch die Zuwanderung junge Talente gewinnen. Da fällt mir gleich unsere Fußballnationalmannschaft ein. Ohne die Spieler mit Migrationshintergrund wären wir mit Sicherheit nicht so erfolgreich.

Die ausgewählten Handlungsempfehlungen am Ende der Studie zeigen meiner Meinung nach noch einmal sehr schön, welche Zukunftsaufgaben vor uns liegen:

  1. Gesteuerte Öffnung des Arbeitsmarktes
  2. Rekrutierungsstrategien für Fachkräfte Werbung entwickeln und implementieren
  3. Bildungs- und Ausbildungspolitik reformieren
  4. Aufenthaltsrecht und Integrationsangebote für Fachkräfte und deren Familien vereinfachen
  5. Gesellschaftspolitische Zugehörigkeit ermöglichen und fördern

In Unternehmen, Kommunen, Bundesländer und auch auf nationaler Ebene wird an diesen Fragestellungen gearbeitet. Allerdings habe ich bisweilen den Eindruck, dass es mehr ein Flickenteppich ist und die große strategische Linie fehlt oder zumindest nicht zu erkennen ist.

Eine tolle Woche wünscht

Uwe Manschwetus

Bild: Leichtathletik WM 2009 Berlin von André Zehetbauer unter CC BY-SA

Autor:

Dr. Uwe Manschwetus hat seit 1997 eine Professur für Marketing-Management an der Hochschule Harz. Personalmarketing, Standortmarketing, Kulturmarketing und Digitales Marketing sind Schwerpunkte seiner Arbeit.

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Mir persönlich ist kein Realunternehmer bekannt, der sich über einen Fachkräftemangel beklagt, sondern nur die sogenannten Möchtegernunternehmer ! (und von denen haben wir ja mehr als wie wir brauchen)

    Ich habe über ein Jahr recherchiert, mir die Jahresberichte der Handwerkskammern durchgelesen, mir die berufsbezogenen Abschlußprüfungen der Industrie angesehen. (natürlich nicht bei allen 11900 registrierten Akrtiengesellschaften)
    Ich habe mir die Zahlen der bestandenen Fort-und Weiterbildungsprüfungen angesehen. Alle Prüfungsabnahmen belaufen sich auf den Jahrgang 2013 – 2014.
    Ich habe mit Unternehmungen und mit Großkonzernen telefoniert.
    Ich habe diverse Unternehmungen persönlich besucht und vor Ort mit den Leuten gesprochen. Nix mit Fachkräftemangel !

    Und das Ergebnis habe ich in dem neuen Buch veröffentlicht mit Quellenangabe.
    Titel: „Fachkrtäftemangel in Deutschland ? – Ein Lügenmärchen der Politik und der Wirtschaft !“
    Es drängt sich vielmehr der Eindruck auf, dass man das Volk mit dieser Aussage belügt um eine Zuwanderung (von angeblichen Fachkräften) zu rechtfertigen.
    Darüber hinaus stimme ich einem BWL-Prof. zu der gesagt hat, „Fachkräftemangel nein, aber Fachlohnmagel ja“.

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