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Der Weg zu einer Ordnungsbehörde mit Willkommenskultur

Wie bereits in dem Blogbeitrag „Migrationsmarketing“ von Uwe Manschwetus angesprochen, wird sich durch den demographischen Wandel der Fachkräftemangel in Deutschland dramatisch verschärfen.  Migrationsmarketing ist somit notwendig, um die benötigten Fachkräfte für Deutschland zu gewinnen.

Attraktivitätsstärkung Deutschlands

Zur Erhöhung der Attraktivität Deutschlands tragen viele Akteure wie beispielsweise Arbeitgeber, Bildungseinrichtungen, Kommunen sowie zivilgesellschaftliche Organisationen bei. In diesem Zusammenhang stellen insbesondere die Ausländerbehörden eine wichtige Institution dar. Sie sind häufig eine der ersten Anlaufstellen für Neuzuwandernde und für den ersten Eindruck der zugewanderten Menschen entscheidend. Folglich fungiert eine lokale Ausländerbehörde gewissermaßen als „Rezeption“ der aufnehmenden Kommune. Der erste Eindruck ist nicht zu wiederholen, er beeinflusst daher die erste Wahrnehmung, die sich Neuzuwanderer von Deutschland machen. Gleichzeitig ist die Ausländerbehörde auch wichtiger Ansprechpartner für längere Zeit in Deutschland lebende Ausländerinnen und Ausländer und begleitet diese gegebenenfalls bis zur Erlangung der deutschen Staatsbürgerschaft.

Ich hatte meine erste persönliche Erfahrung mit der Ausländerbehörde 1991 im Alter von 16 Jahren, als ich meine unbefristete Aufenthaltserlaubnis beantragte. Es war die Zeit direkt nach der Wiedervereinigung, in der sich die Zahl der Asylbewerber verstärkte und Deutschland versuchte, den weiteren Zuzug einzugrenzen. Ich betrat also die klassische Ordnungsbehörde mit einem Gefühl wie vor einem Bewerbungsgespräch: Ich wollte mich besonders gut „verkaufen“, um mein Ziel – eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis –  zu erreichen.

Heute, ein Vierteljahrhundert später, hat sich die Situation in Deutschland verändert. Aufgrund demographischer Entwicklungen und dem daraus resultierenden Fachkräftemangel muss Deutschland seine Attraktivität als Zuwanderungsland stärker vermarkten. Insofern muss sich in Zukunft umgekehrt Deutschland gegenüber den Zuwandernden gut „verkaufen“. In diesem Kontext entwickeln sich nun immer mehr Ausländerbehörden weg von der reinen Ordnungsbehörde, hin zu einer Kombination aus Ordnungs- und Willkommensbehörde.

Projekt „Ausländerbehörde-Willkommensbehörde“

2002 habe ich die imap GmbH, das Institut für interkulturelle Politik- und Managementberatung gegründet. Seit 2013 führen wir im Auftrag des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge gemeinsam mit Rambøll Management Consulting GmbH das Projekt „Ausländerbehörde – Willkommensbehörde“ durch. In bundesweit zehn Ausländerbehörden werden zurzeit Veränderungsprojekte auf dem Weg zu einer Willkommenskultur durchgeführt. Die Ergebnisse des zweijährigen Modellprojekts „Ausländerbehörden – Willkommensbehörden“  sollen nach  ihrem Abschluss der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden.

Erste Ergebnisse werde ich im Rahmen der der 3. Fachtagung „Bausteine der Willkommenskultur“ am 29. Mai 2015 an der Hochschule Harz vorstellen. Ich, Bülent Arslan würde mich freuen, Sie bei der Tagung begrüßen zu dürfen und mit Ihnen verschiedene Aspekte des Themas zu diskutieren.

Bis bald,

Bülent Arslan

 

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Über die imap GmbH:

Die 2002 gegründete imap GmbH – Institut für interkulturelle Management- und Politikberatung – ist ein Beratungsunternehmen im Bereich der Organisations- und Personalentwicklung. Dabei hat sich unser Institut auf die interkulturelle Öffnung von Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen spezialisiert.

Das imap Institut versteht interkulturelle Vielfalt und die Schaffung einer Willkommenskultur als ein Potenzial, das Unternehmen und öffentliche Einrichtungen gewinnbringend nutzen können. Die interkulturelle Öffnung stärkt damit Unternehmen und Verwaltungen im internationalen und nationalen Wettbewerb. Die Kernaufgabe des imap Instituts ist es daher, die interkulturelle Anschlussfähigkeit von Personen und Organisationen zu entwickeln.

Mit Standorten in Düsseldorf und Biberach/Riß betreuen wir deutschlandweit Kunden aus der Wirtschaft, dem öffentlichen Sektor, dem Gesundheitsbereich und Non-Profit-Organisationen. Unsere Mitarbeiter sind zertifizierte interkulturelle Trainer und ausgebildete Organisationsentwickler mit Sprach- und Kulturkenntnissen aus über 15 Ländern. Durch unseren ganzheitlichen Ansatz können wir gezielt auf die individuellen Bedarfe unserer Kunden eingehen und mit ihnen gemeinsam ein für sie passendes Konzept entwickeln und umsetzen.

Weitere Infos: www.imap-institut.de

Autor:

Bülent Arslan

Gründer und Gesellschafter der imap GmbH – Institut für interkulturelle Management- und Politikberatung

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