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Fünf Fragen an Andrea Spring

Im Vorfeld unserer Fachtagung „Bausteine der Willkommenskultur: Personal, Unternehmen, Standort“ an der Hochschule Harz am 13.06.2014, führe ich mit den beteiligten Referenten und Workshop-Leitern Interviews. Heute mit Andrea Spring, Fachreferentin für Organisationsentwicklung bei der Volkswagen Financial Services AG in Braunschweig. Frau Spring studierte Betriebswirtschaftslehre an der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Braunschweig. In über 25 Jahren arbeitete sie in verschiedenen Fachbereichen im Volkswagen Konzern. 1998 wechselte sie zur Volkswagen Financial Services AG und ist dort seit einigen Jahren im Bereich Personal- und Organisationsentwicklung tätig. Als Fachreferentin für Organisationsentwicklung verantwortet Frau Spring die Teilnahme an Arbeitgeberwettbewerben wie Great Place to Work und die Durchführung von internen Mitarbeiterbefragungen sowie weitere für die Führungs- und Unternehmenskultur relevante Themengebiete vor dem Hintergrund der Unternehmensstrategie WIR2018. Frau Spring hält auf unserer Tagung ein Impulsreferat  zum Thema „Attraktive Arbeitsplatzkulturen in Deutschland“

vlnr: Frank Hauser (Geschäftsführer GPTW Deutschland), Christiane Hesse (Personalvorstand VW FS AG), Anja Christmann (Leiterin Personal Deutschland VW FS AG), Anika Paul (Leiterin Personal- und Organisationsentwicklung VW FS AG), Andrea Spring (Fachreferat Organisationsentwicklung und Mitarbeiterbefragungen)

vlnr: Frank Hauser (Geschäftsführer GPTW Deutschland), Christiane Hesse (Personalvorstand VW FS AG), Anja Christmann (Leiterin Personal Deutschland VW FS AG), Anika Paul (Leiterin Personal- und Organisationsentwicklung VW FS AG), Andrea Spring (Fachreferat Organisationsentwicklung und Mitarbeiterbefragungen)

Manschwetus: Die Volkswagen Financial Services AG ist beim Arbeitgeberwettbewerb „Great Place to Work“ bereits zum zweiten Mal als Deutschlands bester Arbeitgeber ausgezeichnet worden. Was machen Sie besonders gut?

Spring: Das stimmt, wir haben den ersten Platz in unserer Größenkategorie nach 2012 in 2014 erfolgreich verteidigt. Und dazu den Sonderpreis für Gesundheitsförderung verliehen bekommen. Darauf sind wir sehr stolz!

Manschwetus: Was führt zu derartigen Topplatzierungen?

Spring: Ganz deutlich wurde bei der Auswertung, die das Great Place to Work Institut durchgeführt hat, dass sich die Zufriedenheit der Mitarbeiter mit uns als Arbeitgeber auf einem sehr hohen Niveau befindet. Im Detail zeugen die Befragungsergebnisse im Vergleich zum Wettbewerb von einem stärkeren Vertrauen in die Kompetenz und Verlässlichkeit der Führungskräfte sowie einer höheren Mitwirkung bei Entscheidungen. Auch die erlebte Fürsorge und Gesundheitsförderung übertrifft in unserem Haus den Benchmark. Zudem wurden die Ausgleichsmöglichkeiten im Sinne einer Work Life Balance und die Sozialleistungen besonders positiv bewertet. Beim Sonderpreis in der Kategorie Gesundheitsförderung konnten wir vor allem mit dem FS Check-up punkten. Wir haben erkannt, dass das Zusammenspiel von Strategie- und Personalarbeit, die enge Verzahnung von erreichbaren, messbaren Zielen und sinnvollen Maßnahmen, die für Mitarbeiter und Führungskräfte nachvollziehbar sind, der Schlüssel zu unserer Arbeitgeberattraktivität und damit zu unserem Unternehmenserfolg sind.

Manschwetus: Nach welchen Kriterien wird das Ranking der Unternehmen bei „Great Place to Work“ eigentlich erstellt?

Spring: Das Great Place to Work Modell bietet eine ganzheitliche Sicht auf das Unternehmen. Zu 2/3 geht die Befragung der Mitarbeiter, der sog. Trust Index, in das Ranking ein. Zu 1/3 das Kultur Audit, eine Maßnahmenevaluation, die wir als teilnehmendes Unternehmen selbst durchführen und die dann vom Great Place to Work Institut bewertet wird. Die Stimmen der eigenen Mitarbeiter sind demnach ausschlaggebend für eine exzellente Platzierung auf der Liste der Besten. In 2014 stimmten 97% der befragten Mitarbeiter auf die Frage „Alles in allem kann ich sagen, dies hier ist ein sehr guter Arbeitsplatz.“ positiv zu. Für uns ein herausragendes Ergebnis und die Bestätigung, dass wir im Sinne der Bedürfnisse unserer Mitarbeiter handeln, auf dem richtigen Weg sind.

Manschwetus: Würde es denn nicht genügen, eine überdurchschnittliche Bezahlung zu gewährleisten, um als attraktiver Arbeitgeber zu gelten?

Spring: Eine rein monetär erzeugte Mitarbeitermotivation reicht heute bei weitem nicht mehr aus, um sich als Unternehmen in Deutschland und international erfolgreich zu behaupten. Unsere strukturellen Leistungen, darunter fallen zum Beispiel die Gehaltszahlungen und Erfolgsbeteiligungen, übertreffen zwar das Ergebnis unserer Mitstreiter um den Titel als bester Arbeitgeber. Die tragenden Säulen unserer Unternehmenskultur sind jedoch die adäquate Mitarbeiterführung und der Stolz auf die gemeinsam erbrachte Leistung. Unsere  Mitarbeiter zeigen eine hohe Identifikation mit dem Job und dem Arbeitgeber. Sie schätzen die ausgeprägt positive Arbeitsatmosphäre im unmittelbaren Umfeld und einen intensiven Zusammenhalt. Dazu tragen nicht zuletzt unsere fünf Unternehmenswerte „Gelebte Kundennähe“, „Verantwortung“, „Vertrauen“, „Mut“ und „Begeisterung“ bei, die bei Führungskräften und Mitarbeitern gleichermaßen anerkannt und im Arbeitsalltag erlebbar sind.

Andrea Spring
Andrea Spring

Manschwetus: Welche Rolle spielt bei Ihnen die Geschlechtergleichheit? Konkret gefragt: Wie hoch ist der Frauenanteil insgesamt und bei den Führungskräften? Was unternehmen Sie zur Förderung weiblicher Talente?

Spring: Bereits heute ist die Mehrzahl unserer Beschäftigten weiblich. Mit einem Frauenanteil von über 50% ist Frauenförderung für uns nicht nur Teil von strategischer Personalarbeit, sondern auch auf höchster Unternehmensebene strategisch verankert. In 2013 lag der Frauenanteil in den Managementkreisen für die Volkswagen Financial Services AG Deutschland bei 10,2% im Oberen Management bzw. 17,2% im Management. International lagen die Anteile bei 1,5% im Oberen Management bzw. 25,8% im Management. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die Besten ihres Jahrganges in den benötigten Fachrichtungen einzustellen und diese konsequent weiterzuentwickeln. Wir gehen davon aus, dass Talent unter Männern und Frauen gleich verteilt ist. Wenn also in einem Fachbereich 50 Prozent der Absolventen weiblich sind, stellen wir 50 Prozent Frauen ein. Sind 30 Prozent Absolventinnen, stellen wir 30 Prozent ein. Im Rahmen der Strategie geht es daher darum, die weiblichen Talente in unserem Unternehmen zu fördern und zu entwickeln sowie stets die besten Bewerberinnen für unser Unternehmen zu gewinnen. Dabei spielt ein familienfreundliches Arbeitsumfeld eine entscheidende Rolle. Ganz konkret haben wir zum Beispiel ein Mentoringprogramm im Volkswagen Konzern, welches sich exklusiv an Frauen richtet, sowie verschiedene Netzwerk- und Vortragsangebote speziell für Frauen. Auf unserem Weg zum familienfreundlichsten Arbeitgeber lassen sich exemplarisch ein hohes Maß an Arbeitszeitflexibilität, eine Vielfalt an Teilzeitmodellen und natürlich unser Kinderhaus „Frech Daxe“ nennen.

Manschwetus: Gibt es – z.B. im Rahmen eines Diversity Managements – auch Unterstützung für ausländische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter?

Spring: Als Volkswagen Financial Services AG sind wir mit mehr als 12.000 Mitarbeitern weltweit in 42 Ländern vertreten. Damit ist die Volkswagen Financial Services AG in unterschiedlichen Märkten für die verschiedensten Kundengruppen aktiv. Genauso bunt und vielfältig wie unser Geschäftsfeld sind auch unsere Mitarbeiter. Eine Vielseitigkeit, die wir als Wert erkennen und fördern. Wir setzen uns für ein Arbeitsumfeld ein, das von Offenheit, Wir-Gefühl, Respekt und Wertschätzung geprägt ist für eine globale Organisation, in der das effektive und zielorientierte Miteinander aller Kolleginnen und Kollegen das Arbeitsleben bestimmt. Durch die bewusste Wertschätzung wird Vielfalt zur Stärke.172 Entsendungen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 2013 und damit eine 10% -ige Steigerung im Vergleich zum Vorjahr machen die zunehmende Internationalisierung deutlich.  Je nach individuellem Bedarf gibt es bei der Volkswagen Financial Services AG Angebote wie z.B.  ein interkulturelles Training, Deutschkurse oder die Nutzung eines Relocation Service.

Manschwetus: Vielen Dank für das Gespräch!

Autor:

Dr. Uwe Manschwetus hat seit 1997 eine Professur für Marketing-Management an der Hochschule Harz. Personalmarketing, Standortmarketing, Kulturmarketing und Digitales Marketing sind Schwerpunkte seiner Arbeit.

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