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Fünf Dinge, auf die wir 2015 verzichten können. Zweitens: schlechte Personalwerbung

Schlechte Personalwerbung ist diskriminierend oder peinlich oder langweilig oder einfach nur unwirksam. Sie verärgert uns und vergeudet unsere Ressourcen. Darauf können wir verzichten.

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Werbung konsequent weiter gedacht von luckyfotostream unter CC BY-SA 2.0

 

Anlaufstation Deutscher Werberat

Wenn man sich sehr über Werbung ärgert, ist der Deutsche Werberat die richtige Anlaufstation.  Dieses Gremium wurde 1972 vom ZAW (Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft e. V.) gegründet und ist eine rein privatwirtschaftliche Organisation, die als Schiedsrichter fungiert. Alle eingehenden Beschwerden werden geprüft und dann entweder als unbegründet abgelehnt oder aber akzeptiert. In letzterem Fall wird das werbetreibende Unternehmen aufgefordert, die beanstandete Werbung sofort einzustellen. In 96 % aller Fälle nehmen die Unternehmen daraufhin die Werbung vom Markt. Sollte ein Unternehmen dazu nicht bereit sein, wird eine Rüge ausgesprochen und die Firma wird öffentlich kritisiert. Die zuletzt veröffentlichten Rügen betrafen zwei Firmen, die mit sexistischen Motiven Frauen degradierten. Generell ist Frauendiskriminierung der häufigste Beschwerdegrund.

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Quelle: Deutscher Werberat

Damit Werbung überhaupt zur Kenntnis genommen wird, muss sie auffallen. Zu diesem Zweck sind insbesondere emotionale Reize (z. B. Erotik, Gesichter, Kindchenschema), physisch starke Reize (z. B. kräftige Farben, ungewöhnliche Formen) oder gedanklich herausfordernde Reize (z. B. Verfremdung, Neuartigkeit) in der Werbung geeignet. Insbesondere in Bezug auf erotische Reize wird dabei aber leider allzu oft die Grenze des guten Geschmacks überschritten.

Goldene Runkelrübe

Im Bereich der HR Kommunikation wird seit 2013 der Negativpreis „Die goldene Runkelrübe“ verliehen. In der Kategorie Stellenanzeigen hat 2014 das Europäische Patentamt „gewonnen“.

Patentamt

Gewinner der Goldenen Runkelrübe in der Rubrik Stellenanzeigen

Die Anzeige wurde zurecht als erschreckendste Stellenanzeige gewählt. Sie steht stellvertretend für viele Anzeigen, bei denen wahrscheinlich zahlreiche Juristen, aber keine Werbefachleute mitgewirkt haben. Viele Organisationen und Unternehmen formulieren langweilige und abschreckende Ausschreibungstexte, statt mit pfiffigen Ideen und kreativen Anzeigen, um Personal zu werben.

Es geht auch anders

Das es auch anders gehen kann, beweisen die Nominierungen des Human Ressources Excellence Awards.  In der Kategorie KMU Stellenanzeigen gewannen das Kinderspital Zürich, die Deutsche Leasing und Heraeus Kulzer. Freche, innovative, interessante und zugleich informative Stellenanzeigen wurden hier präsentiert. Bitte, geht doch.

Eine schöne Woche wünscht

Uwe Manschwetus

Foto: Werbung konsequent weiter gedacht von   luckyfotostream unter CC BY-SA 2.0

Autor:

Dr. Uwe Manschwetus hat seit 1997 eine Professur für Marketing-Management an der Hochschule Harz. Personalmarketing, Standortmarketing, Kulturmarketing und Digitales Marketing sind Schwerpunkte seiner Arbeit.

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  1. Pingback: Schluss mit sexistischer Werbung im Personalmarketing!

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