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Das Ganze im Blick

Multiracial Hands Making a Circle Together
Es ist Montag, der 6. Januar 2014 und dies ist mein allererster Blog-Beitrag. Das Thema Fachkräftegewinnung hat mich gefunden. Ich bin der festen Überzeugung, dass uns in Deutschland das Thema Fachkräftegewinnung die nächsten 15 Jahre sehr beschäftigen wird. Schon allein die demographische Entwicklung spricht dafür. Wenn altersbedingt mehr Menschen den Arbeitsmarkt verlassen als neue Arbeitskräfte eintreten, dann entsteht zwangsläufig eine Personallücke.

Insbesondere Fachkräfte werden in Zukunft noch stärker gesucht als es jetzt schon der Fall ist. Der prognostizierte Fachkräftebedarf könnte theoretisch durch zwei Entwicklungen geringer ausfallen als bisher angenommen: Erstens könnte die Anzahl der produzierten Waren sinken, weil die Nachfrage zurückgeht. Dann braucht man auch nicht mehr so viele Menschen, um die Güter herzustellen. Ein solches Szenario käme einer Wirtschaftskrise gleich – das wollen wir uns mal nicht wünschen. Zweitens wäre es aber auch denkbar, dass wir aufgrund des technischen Fortschritts für die zu produzierenden Güter immer weniger Personal benötigen. Der Produktivitätsfortschritt würde in diesem Fall das sinkende Arbeitskräfteangebot überkompensieren. Dies wäre zwar denkbar, ich halte diesen Fall aber für äußerst unrealistisch.

Der wahrscheinlichste Fall ist also, dass wir einen ausgeprägten Fachkräftemangel erwarten können. Ich verwende den Begriff „Fachkräfte“ in einem allgemeinen Sinne und meine damit alle Personen, die mindestens eine Ausbildung abgeschlossen haben. Das Spektrum reicht also vom Bäcker bis zum Arzt. Wo können also nun die gesuchten Fachkräfte herkommen? Es gibt in Deutschland sehr viele Menschen, die einer unterqualifizierten Tätigkeit nachgehen oder gar keine Arbeit haben. Dies ist natürlich ein wichtiger Angriffspunkt zur Beseitigung der Fachkräftelücke. Daher werde ich in meinem Blog auch Themen wie Weiterbildung, Umschulung oder Integration von Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt ansprechen. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist ebenfalls ein Thema, das in diesem Zusammenhang von Bedeutung ist. Ich gehe aber davon aus, dass all diese Maßnahmen nicht ausreichen werden, um die Fachkräftelücke zu schließen. Daher wird man sich auf nationaler Ebene darum bemühen müssen, Fachkräfte aus dem Ausland zu rekrutieren. In diesem Zusammenhang entstehen nun viele spannende Fragestellungen:

1.)    Welche Fachkräfte benötigen wir genau?

2.)    Aus welchen Ländern könnten diese Fachkräfte kommen und mit welchen Instrumenten können wir sie werblich ansprechen?

3.)    Wie reagiert die Gesellschaft auf die Zuwanderer? Heißen wir Sie willkommen oder sind sie lediglich geduldet oder werden sogar angefeindet?

4.)    Sind deutsche Unternehmen für qualifizierte Fachkräfte eigentlich attraktiv genug?

5.)    Wie gehen die Unternehmen mit ihrem Personal um, das aus verschiedenen Kulturkreisen stammt?

Anstrengungen werden auf allen Ebenen notwendig sein. Die Unternehmen werden verstärkt Personalmarketing betreiben müssen, ihre Attraktivität als Arbeitgeber erhöhen (Employer Branding) und den Umgang mit Vielfalt (Diversity) einüben müssen. Staatliche und Wirtschaftsorganisationen sind gefordert ein Fachkräftemarketing zu betreiben, um Arbeitskräfte anzuwerben. Speziell in Bezug auf ausländische Fachkräfte gilt es ein Migrationsmarketing zu entwickeln. Und schließlich wird man auf gesellschaftlicher Ebene eine Willkommenskultur nicht nur fordern, sondern praktizieren müssen. Das ist der Stoff, aus dem sich die Beiträge meines Blogs ergeben werden. Ich glaube ich werde genug Themen zum Schreiben finden.

Eine tolle Woche wünscht

Uwe Manschwetus

Bild: fotolia

Autor:

Dr. Uwe Manschwetus hat seit 1997 eine Professur für Marketing-Management an der Hochschule Harz. Personalmarketing, Standortmarketing, Kulturmarketing und Digitales Marketing sind Schwerpunkte seiner Arbeit.

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